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Die Presse über den Jahresrückblick 2010
 

"Satirischer Blick" NW 06.02.2011

"Minarette sich wer kann" MT 20.01.2011

"Sarrazin, die Vuvuzela der Bundesbank" HZ 19.01.2011

"Der kann gerne wiederkommen!" LLZ 18.01.2011

"Satiriker zu Hochform aufgelaufen" WLZ 17.01.2011

"Geheimtipp entwickelt sich zum Selbstläufer"
DEWEZET 17.01.2011

"Krisen in Salz und Asche" HNA 14.01.2011

"Gelassener Ostwestfale mit Detonations-Gen"
Göttinger Tageblatt 28.12.2010

"Die Mutter aller Jahresrückblicke" Westfalenblatt 18.12.2010

"Publikum lacht Tränen" Espelkamper Zeitung 15.12.2010

"Das Jahr geht, Gieseking kommt!" Neue Westfälische 15.12.2010

"Wer unter Wasser atmet, ertrinkt trotzdem" SN Schaumburger Nachrichten 08.12.2010

 "Alle kriegen ihr Fett weg" HZ Hersfelder Zeitung 08.12.2010

"Biertrinken gegen den Atommüll" HNA 06.12.2010

 

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Schlagzeilen im Eiltempo
Bernd Gieseking präsentierte beim Kulturzug Bebra seinen satirischen Jahresrückblick

Susanne Kanngieser, 03.02.2009


Bebra. Wer hätte gedacht, dass die traurigen Höhepunkte des Jahres 2008 in Lachkrämpfen enden können? Am Sonntag war Bernd Gieseking zum zehnten Mal beim Kulturzug Bebra zu Gast und begeisterte das Publikum im Alten Rathaus mit seinem traditionellen Programm Ab dafür! Der satirische Jahresrückblick.

Er selbst betrachte sich schon als Stammgast in Bebra, habe aber diesmal neue Texte mitgebracht, versicherte er. Wenn der gebürtige Ostwestfale zurückblickt, geht er alphabetisch vor. In diesem Jahr sei ihm zu allen Buchstaben etwas eingefallen. Und weil er so verschmitzt grinste, ahnte man bereits, dass ihm ein Buchstabe besonders wichtig war.

Er begann mit Z - wie Zweitausendacht. Im Eiltempo ließ er Revue passieren, was die Schlagzeilen beherrschte: Seehofer, der Bestseller Feuchtgebiete, Clinton, Obama, und die Finanzkrise. Auch Wolfgang Clement bekam sein Fett weg: "Er hat Schluss gemacht mit der SPD, weil er wie viele andere Transsexuelle festgestellt hat, dass er im falschen Körper lebt."

Auch die Frisuren von Kurt Beck und Dagmar Metzger nahm er auf die Schippe und verkündete, dass es mit Frank-Walter Steinmeier nun nach Arminius und Gerhard Schröder schon der dritte Ostwestfale zum Kanzlerkandidaten gebracht habe. Kohls Hochzeit mit einer 34 Jahre jüngeren Frau quittierte Gieseking so: "Das lässt der Schröder nicht auf sich sitzen".

Beim Y angekommen, bemerkte er, dass man nur den Buchstaben nennen müsse, "und schon ist die Pointe da". Andrea Ypsilanti sei als große Hoffnungsträgerin abgestürzt wie Jürgen Hingsen nach drei Fehlstarts. Roland Koch sei für ihn der Mann mit den sieben Leben. Süffisant erklärte er: "Ein Koch kocht, was die Metzger schlachtet."

Gieseking regte sich auf über die Deutsche Bahn, die im Bistro eine Frikadelle mit Brötchen für 4,50 Euro anbiete. "Neun Mark für ein Brötchen mit Brötchen!"
Für ihn selbst sei das vergangene Jahr kein Krisenjahr gewesen: "Da hat es sich zum ersten Mal gelohnt, dass ich kein Geld hab." Mit den Managern und Banken ging er hart ins Gericht. "Konfusion sagt: Wer im Lotto verliert, kriegt auch kein Geld zurück."

Sein weiser Freund Konfusion kam an vielen Stellen zu Wort, ebenso wie der Kneipenwirt Herbert Hering und sein Freund Karl. Die klärten ihn kürzlich darüber auf, dass der Dalai Lama eine Wiedergeburt sei. "Darum musste der auch nicht studieren, sondern wusste alles noch vom letzten Mal." Vom Rauchverbot hält der Nichtraucher Gieseking nicht allzu viel: "Ich bin als Passivraucher immer gut gefahren. Bin in die Kneipe und musste nur atmen." Es prallten Themen aufeinander wie Plunderteilchen. Giesekings kabarettistische Pfeile trafen stets exakt ins Schwarze.

Damit besaß sein Jahresrückblick auch dieses Mal - intelligent, hintersinnig und temporeich - wieder großen Unterhaltungswert. Zwei herrliche Zugaben spendierte Gieseking dem Publikum - mehr hätte manch Zuschauer vor lauter Lachen kaum noch verkraftet.

Quelle: www.hna.de vom 03.02.2009
Rubrik: Rotenburg - von Susanne Kanngieser © HNA Online

 

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Quelle: www.hna.de vom 21.01.2009
Rubrik: Frankenberg

Jeder Buchstabe eine Pointe
Bernd Gieseking gastierte mit seinem Jahresrückblick in der Ederberglandhalle


Spott und auch ein Quantum Trost: Bernd Gieseking verteilte bei seinem kabarettistischen Jahresrückblick von allem etwas. Foto: Völker

Von Karl-Hermann Völker

Frankenberg. Ein Kabarettabend zwei Tage nach der Hessenwahl - von soviel Steilvorlagen kann ein dribbelnder Wortspieler wie Bernd Gieseking nur träumen! Gleich beim Start auf der Bühne der Ederberglandhalle, wohin wegen der großen Kartennachfrage sein satirischer Jahresrückblick aus der Stadtbücherei verlegt worden war, beginnt er sein kabarettistisches Alphabet rückwärts mit dem "Y" und stellt fest: "Es war ein Jahr, in dem ein Buchstabe reichte, um eine Pointe zu landen."

Ob gemeuchelte Ypsilanti oder die Katze Koch, "der Mann mit den sieben Leben", eine FDP, die Karneval feiert, und grüne Helden - alle kriegen in seinem Film "Vier Hessen für ein Halleluja" ihr Fett "wech", wie der Ostwestfale Bernd Gieseking zu sagen pflegt. Dann nennt er noch "TSG". Pause. Und entschuldigt sich: "Ich weiß, dass man sich über Namen nicht lustig machen darf."

Achterbahnfahrt durch 2008

Die Achterbahnfahrt durch das gesamte Jahr 2008 begann dann gleich in solch atemberaubendem Tempo, dass die Saallautsprecher Mühe hatten, so schnell zu sein, wie Gieseking spricht. Politik, Gesellschaft und Kultur, die elektronischen Medien und die Tagespresse hatten sein Tagebuch mit Stichworten für Sprachwitz und Komik, für groteske Logik und verschmitzten Nonsens prall gefüllt. Gereimt, geschüttelt und gerührt. Kommentiert von Gieseking und "Konfusion", seinem oft zitierten großen ostwestfälischen Weisen: "Wer segeln geht, darf sich nicht wundern, wenn Wind kommt!"

In seinem Alphabet der Superstars zwischen Ackermann und Zumwinkel, Merkel und Steinmeier, Oliver Kahn und Jogi Löw sorgen dann noch andere Buchstaben für spontane Lacher. Und wenn Gieseking gar nicht mehr weiter weiß, dann helfen ihm Herbert, der Wirt seiner Stammkneipe "Fischlounge", und Stammgast Karl Deutschland, der Dichter. Auch in der großen Literatur macht er Anleihen, parodiert vergnüglich Wilhelm Buschs "Fromme Helene" und findet tatsächlich Parallelen in der Bundespolitik.

Der Kabarettist ist seit 20 Jahren auf deutschsprachigen Bühnen unterwegs. Wenn er nicht auftritt, schreibt Gieseking Theaterstücke oder Kinderhörspiele und moderiert auf WDR 5. Seit 15 Jahren geht er mit seinem Jahreswende-Programm auf Tournee. "Wir freuen uns, dass er erstmals auch nach Frankenberg gekommen ist", erklärten David Cappel, Leiter der Stadtbücherei, und Susanna Krobisch, Organisatorin vom Frankenberger Kulturring, als sie gemeinsam zu Beginn des Abends vor 150 Gästen Bernd Gieseking begrüßten.

Das amüsierte Frankenberger Publikum bedankte sich für das funkensprühende Feuerwerk mit herzlichem Applaus und forderte noch zwei Zugaben heraus.

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HNA, Hofgeismar

19.12.08

 

Verbandelte, Verlassene

Zum 15. Mal ′Ab dafür′: Bernd Gieseking ließ in Vellmar das Jahr Revue passieren. Sein Rückblick rundet das Jahr ab: Bernd Gieseking im Piazza.


Von Steve Kuberczyk-Stein

Vellmar. Wenn das Jahr Schirm, Hut und Mantel nimmt und zum Ausgang schreitet, stellt sich ihm stets ein kleiner, leicht untersetzter Ostwestfale mutig in den Weg, nimmt ihm die Beichte ab und lässt es mit kritischem Blick und einem kabarettistischen "Ab dafür" passieren. Zum 15. Mal nun schon schüttelt Bernd Gieseking in seinem satirischen Jahresrückblick die Ruhekissen der Polittäter kräftig durch, lässt den Aufgeblasenen der Boulevardszene die Luft ab oder spielt mit den Köpfen der Wirtschaftsbosse Hofnarrenbillard.

Am Donnerstagabend präsentierte Gieseking seinen kritischen Blick in den Rückspiegel im Vellmarer Piazza. Nicht wie üblich von Januar bis Dezember, sondern alphabetisch rückwärts aufgefächert ließ er das Jahr diesmal Revue passieren, "damit Sie auf das Y wie Ypsilanti nicht so lange warten müssen". Ansonsten blieb alles, wie man es sich vom Sympathieträger Gieseking wünscht. "Das war ja besser als ,Stirb langsam'", stellt er augenzwinkernd fest, spricht seinem Publikum angesichts der Bankenkrise mit dem Bekenntnis "Zum ersten Mal hat es sich gelohnt, kein Geld zu haben" aus dem Herzen und lässt auch schwarzem Humor Raum zum Aufblitzen: "Günter Beckstein hat gesagt, man könne auch nach zwei Maß Bier noch Auto fahren. Nun ja, Jörg Haider hat's versucht." Den Besuchern gibt Gieseking stets das Gefühl, einer von ihnen zu sein. "34 Jahre älter ist der Kohl als seine Neue", schüttelt er den Kopf, um von der Verbandelung sogleich zur Trennung zu schreiten: "Sandy Meyer-Wölden verlassen von Boris Becker, Sarah Connor von Marc Terenzi, Ypsilanti gemeuchelt von Jürgen Walter, Jürgen Walter verlassen von allen guten Geistern."

Pfiffig, menschlich und frech macht er das, mimt den Spekulanten Gieseking, dessen Salto vom Aktiendach neben dem Sprungtuch endet, und lässt immer wieder seine großartigen Qualitäten als Texter aufblitzen. So verschmelzt er "Die fromme Helene" von Wilhelm Busch mit der Politprominenz und reimt: "Und der frommen Helen im Nachtgewande erscheint der Münte als Tante." Fazit: Ein Jahresabschluss ohne Giesekings Rückblick wäre wie ein Zoobesuch, ohne die Affen gesehen zu haben. Lautstarker Applaus, Zugaben.

 

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Mindener Tageblatt
Dokument erstellt am 19.12.2008

Von Martin Steffen

 

Seine Pointen sind einfach gut
Bernd Gieseking lässt 2008 Revue passieren


Minden (mar). Er genoss die Atmosphäre des Stadttheaters - und das Publikum seinen Jahresrückblick: Im Rahmen des BÜZ-Kabarettfestivals würdigte Bernd Giesking das ausklingende Jahr - wie stets unter dem Motto "Ab dafür".

 

Wie üblich arbeitete sich Gieseking dabei nicht durch die Chronologie, sondern hangelte sich an Stichworten rückwärts durchs Alphabet: Von Z wie Zweitausendacht zu Y wie Ypsilanti und noch viel weiter, bis er mit dem A erneut Andrea Y., aber auch Aktien und Anlagenberater erreicht hatte.

Mehr als zwei Stunden kabarettistischer Jahresbilanz überzeugten durch die spezielle Giesekingsche Mischung - Wortspiele, manchmal um mehr als eine Ecke gedacht, Alltagsbeobachtungen, in Minden natürlich die Anspielungen auf Kutenhausen, philosophische Kölsch-Kneipen-Dialoge, Literaturzitate und kreative Nachdichtungen - etwa wenn er das Schicksal von Wilhelm Buschs Frommer Helene samt (schein)heiligem Vetter Franz rezitiert, um danach in gleicher Art über Andrea Ypsilanti und Kurt Beck zu reimen.

 

Überhaupt, die SPD: Gieseking räsonniert über ihren Spitzenkandidaten - Steinmeier ist für ihn einer von drei deutschen Staatsmännern aus der Region (Gerhard Schröder und Arminius), wobei der Vorname des Außenministers besondere heimatliche Qualität habe: "Frank-Walter, ein Name wie vom Schützenfest."

Nonverbal bringt Gieseking die tief, tief verborgenen Gemeinsamkeiten von Volksmusik und Rave auf den Punkt, als er unter L die Love Parde analysiert, die in seinem gegnwärtigen Wohnort Dortmund angekommen ist, "nachdem sie in Berlin keiner wollte und sie in Essen schon durch war." Folgte eine rasante Berechnung der Verweildauer von 1,25 Millionen Ravern auf 960 von der Stadt vorgehaltenen Dixi-Klos und die erwartbaren Folgen.

Apropos Dortmund: Hier beobachtete Handballfreund Gieseking die Fortsetzung eines Trends. Als er vor zwei Jahrzehnten nach Kassel zog, stieg Hessen Kassel in die Regionalligen ab. Kaum war er nach Köln gewechselt, schmierte der 1. FC in die Zweitklassigkeit ab. Freunde hätten ihn nun gebeten, wenigstens probehalber einmal nach München zu ziehen...

Wenn das Schwein zum Schlachter wird

Auch die Zeitläufte traf Gieseking immer wieder mit der Macht der Sprache und passenden Zitaten des ostwestfälischen Denkers "Konfusion". Der habe etwa festgestellt, dass das Managment das einzige Feld sei, auf dem das Schwein zum Schlachter werde. Auch die Kritik an Christian Wulffs Formulierung von der "Pogromstimmung" gegen Manager formulierte er treffender als alle Betroffenheitsexperten: "Bislang fahren deutsche Manager immer noch freiwillig Bahn." Besser geht´s nicht.

Giesekings Art, Solo-Kabarett zu machen, lässt keine Langeweile aufkommen - und man freut sich, dem Kabarettisten die Freude an der einen oder anderen Pointe anzusehen. Sie sind einfach gut - auch wenn Mikrofon oder Lautstärkeregelung manches Wort verschluckten.

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